Die FIFA Weltrangliste – Fluch und Segen für die Nationalmannschaften

Ein Blick auf die FIFA Weltrangliste genügt seit vielen Jahrzehnten, um den Stellenwert der eigenen Nationalmannschaft im internationalen Fußball abschätzen zu können. Doch oftmals sorgte das Procedere rund um die Weltrangliste für Kritik. Aus diesem Grund haben sich die FIFA-Offiziellen nach langem Überlegen entschieden, die Weltrangliste zu reformieren.

Nach der WM 2018 in Russland war es dann so weit – die neuen Regeln traten in Kraft.

Die neuen Regeln

Grundsätzlich strebten die Verantwortlichen eine Vereinfachung des Systems an. Alle Teams sollten die gleichen Chancen haben, sich in der Rangliste kontinuierlich mit guten Leistungen nach oben zu arbeiten.

Dabei werden nach jedem Spiel die gemachten Punkte zum Konto hinzugefügt oder eben abgezogen. Die Punkte unterscheiden sich dabei je nach der Stärke des Gegners und der individuellen Bedeutung des Spiels. Anders als früher spielen die Durchschnittspunkte der einzelnen Spiele keine Rolle mehr bei der Berechnung der Ranglistenposition.

Vor- und Nachteile

Einer der großen Vorteile des neuen Systems ist die verbesserte Einordnung der Relevanz der jeweiligen Spiele. Denn nach dem alten Modell wurden oftmals diejenigen Nationalmannschaften benachteiligt, die viele Freundschaftsspiele bestritten. Denn wenn die einzelnen Nationen lukrative Spiele gegen die großen Nationen ausrichteten, senkte dies oftmals den Durchschnittspunktewert. Da mittlerweile die Freundschaftsspiele aufgrund der geringen Relevanz weniger stark gewichtet werden, resultiert eine fairere Platzierung aus der Ranglisten-Reform.

Da der Algorithmus die Stärke höher platzierter Nationalmannschaften einkalkuliert, bieten sich auch für tiefer stehende Nationen Chancen zur Verbesserung. Denn die Niederlagen gegen die Top-Nationalmannschaften haben keine großartigen Auswirkungen, sodass sowohl traditionelle starke Nationen als auch eher schwächere Mannschaften die Chance auf Verbesserung haben.

Ein weiterer Vorteil ist die Berechnung nach der SUM Methode. Denn somit geht es immer um die Gesamtpunktzahl der Nationalmannschaften. Die erbrachten Leistungen werden also keineswegs vergessen, sodass ein paar schlechte Spiele nicht für den großen Absturz sorgen können. Dies ist allerdings auch zugleich ein Nachteil des neuen Systems. Denn somit ist es für ehemals erfolgreiche Nationalmannschaften möglich, sich zumindest bis zu einer gewissen Zeit auf den geholten Gesamtpunkten auszuruhen – gerade in Zeiten mit wenigen Pflichtspielen.

Deutschland und die Fifa-Weltrangliste

Zum Zeitpunkt der Umstellung der Berechnung der FIFA-Weltrangliste befand sich die deutsche Nationalmannschaft auf dem 1. Platz der Weltrangliste. Der Spitzenreiter der vorherigen Wertung Deutschland bekam zu Beginn den höchsten Ausgangswert, um die Leistungen der deutschen Fußballer zu würdigen.

Doch durch das schlechte Abschneiden bei der WM 2018 in Russland und dem anschließenden Abstieg in der Nations League verlor die Mannschaft einige Plätze im FIFA-Ranking.

Granada, 20180602 FIFA Friendly Match Austria vs. Germany Team Germany 850 0740, CC BY-SA 4.0

Mittlerweile stehen, begünstigt durch das starke WM-Abschneiden und der erfolgreichen Nations-League Teilnahme, Belgien und Frankreich auf den vorderen Plätzen. Deutschland ist sogar aus der TOP 10 herausgerutscht und muss in der EM-Qualifikation und bei der EURO 2020 wieder Erfolge einfahren, um im Ranking steigen zu können.

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